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Apherese-Verfahren

Apherese-Verfahren

Die Apherese – oder umgangssprachlich Blutwäsche – ist eine Methode, die aus dem Blut oder Blutplasma gezielt Blutbestandteile oder krankheitsverursachende Stoffe entfernt. Dies passiert außerhalb des Körpers mittels komplexer Apheresemaschinen. Danach fließt das gereinigte Blut oder Blutplasma wieder in den Körper. Die Methode wird im Allgemeinen sehr gut vertragen.

 

Wir wenden je nach Indikation unterschiedliche Apheresen an:

  • Diagnostische Apherese zur Entdeckung, Isolierung und Quantifizierung zirkulierender Krebsstammzellen
  • Stammzell-Apherese zur Herstellung einer körpereigenen Vakzine
  • Apherese zur Gewinnung Natürlicher Killerzellen
  • Photopherese – Abtrennung und Behandlung aggressiver Lymphozyten
  • Plasmapherese – Isolierung des Blutplasmas vom Vollblut und Entfernung krankheitsversursachender Substanzen
  • Lipid-Apherese – Isolierung und Entfernung von Cholesterin und Blutfetten

 

Diagnostische Apherese zur Entdeckung, Isolierung und Quantifizierung zirkulierender Krebsstammzellen

Die diagnostische Apherese ermöglicht die biopsiefreie Gewinnung von Tumorstammzellen aus der Blutbahn. Außerhalb des Körpers können diese Zellen dann auf spezifische Krebs-Antigene und ihr Metastasierungs-Potenzial hin untersucht werden. Dieses Verfahren eignet sich zur Früherkennung, zum Ausschluss von Metastasen und zur Verlaufskontrolle.

 

Stammzell-Apherese zur Herstellung einer körpereigenen Vakzine

Für die Herstellung einer Vakzine werden die in der Blutbahn zirkulierenden Tumor-Stammzellen des Patienten benötigt. Sie werden per Apherese gewonnen und im Labor isoliert. Die Krebsstammzellen werden daraufhin extremer Hitze ausgesetzt, um sie zu zerstören. Dabei exprimieren sie zellstabilisierende Hitzeschockproteine/Tumor Antigene.

 

  • Hitzeschockproteine unterstützen die Immunabwehr bei der Bewältigung zellulärer Stresssituationen.
  • Hitzeschockproteine, die wir den zerstörten Krebsstammzellen entnehmen, lösen  als körpereigener Impfstoff eine spezifische Immunantwort des Tumors aus.

 

Die Vakzine unterstützt die natürliche Killerzellen (NK-Zellen) bei der Erkennung ihrer Ziele durch individual-spezifische körpereigene Tumor-Antigene des jeweiligen Patienten. Es kommt also zu einer Verstärkung der Immunantwort. Siehe körpereigene Vakzine

 

Apherese zur Gewinnung Natürlicher Killerzellen

Wir gewinnen die NK-Zellen aus dem patienteneigenen Blut mittels einer Leukozyten-Apherese. Die apheretisch gewonnen Zellen werden durch einen Dichtegradienten in verschiedene Fraktionen getrennt. Danach werden die relevanten Zellen mehrfach gewaschen bis der gewünschte Reinheitsgrad erreicht ist. Durch dieses so genannte Purging (Spülen) wird sichergestellt, dass keine Tumorzellen/Tumorstammzellen mit kultiviert werden.

 

Wir vermehren die NK-Zellen unter Idealbedingungen in Zellkultur und geben sie dem Patienten um ein Vielfaches per Infusion zurück. Durch Monitoring der Tumorzellzahl können wir das Ansprechen der therapeutischen Maßnahmen kontrollieren. 



siehe Immuntherapie

 

Extrakorporale Photopherese

Licht-Therapie bei Immunregulationsstörungen

T-Zell-Leukämie, Sklerodermie und bestimmte Autoimmunerkrankungen haben gemeinsam, dass entgleiste körpereigene Lymphozyten die Gesundheit angreifen. Die Extrakorporale Photopherese ist ein sehr schonendes Verfahren, das diese aggressiven Lymphozyten außerhalb des Körpers inaktiviert.

 

Mittels Apherese-Verfahren werden die Lymphozyten des Patienten gewonnen und von den restlichen Bestandteilen seines Blutes isoliert. Die Lymphozyten werden so präpariert, dass sie sensibel auf Licht reagieren. Im Anschluss werden die erkrankten Zellen mit einem Licht bestimmter Wellenlänge „bestrahlt“ (medizinisches UV-A Licht). Im Unterschied zu vielen anderen Therapien werden gesunde Zellen dadurch nicht geschädigt und die Photopherese ist gut verträglich. Der Körper wird „extrakorporal“ von Fehlinformationen befreit und die gesunden Selbstheilungskräfte werden stimuliert. Die behandelten Lymphozyten werden dem Patienten zurück in die Blutbahn gegeben. Die zuvor aggressiven Lymphozyten sind nicht nur inaktiviert, sondern sie können ihre immunologische Information auch an gesunde, kooperativ gebliebene Lymphozyten abgeben und sie damit befähigen, aggressive Lymphozyten zukünftig zu erkennen und zu bekämpfen.

 

Indikationen

unter anderem:

  • Progressive systemische Sklerodermie
  • T-Zell-Leukämie
  • T-Zell-abhängige Erkrankungen
  • Systemischer Lupus erythematodes
  • Morbus Crohn
  • Autoimmun-Diabetes
  • Graft versus host disease
  • Pemphigus vulgaris
  • Rheumatoide Arthritis
  • B-Zell-Leukämie
  • Colitis ulcerosa

 

Entgiftung per Plasmapherese:

Die Plasmapherese (von griech. Apherese = wegnehmen, entfernen)  ist eine spezielle Behandlungsmethode, die das Blut in seine Bestandteile trennt und das Plasma von krankhaften oder toxischen Bestandteilen reinigt. Sie eignet sich zur Behandlung von Autoimmun- und Systemerkrankungen sowie zur Befreiung von gesundheitsgefährdenden Stoffen wie Pestiziden, Insektiziden und Schwermetallen.

 

Die Blutreinigung erfolgt schonend außerhalb des Körpers. Eine Kanüle in der Armvene leitet Blut in einen extrakorporalen Kreislauf und trennt die Blutzellen von dem Blutplasma. Das Plasma wird durch einen Filter gepumpt. Anschließend fließt das gereinigte Blut wieder zurück in den Körper. Der Körper wird von Fehlinformationen befreit und die gesunden Selbstheilungskräfte werden stimuliert.

 

Lipid-Apherese

Die Lipidapherese entfernt LDL-Cholesterin und weitere Faktoren der Arteriosklerose wie Lipoprotein(a) und Triglyzeriden aus dem Blut – unter anderem bei schweren Fettstoffwechselstörungen. Sie eignet sich besonders für Patienten, die auf eine diätetische und medikamentöse Therapie zur Senkung ihres LDL-Cholesterins nicht oder nicht ausreichend ansprechen.

 

 

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